Der Wetteraukreis hält in Bad Nauheim ein Fahrzeug für die kreisweite Versorgung von Atemschutzgeräten für alle Wetterauer Feuerwehren vor. Zur Ausstattung des Fahrzeuges gehören auch Chemikalienschutzanzüge. Landrat Jan Weckler hat jetzt sechs neue Anzüge übergeben.

Die Chemikalienanzüge haben nur eine begrenzte Lebenszeit. Mitunter werden sie entsorgt, bevor sie überhaupt gebraucht wurden. Nach Ablauf der Verfallszeit ist die Sicherheit der Feuerwehrleute, die solche Anzüge nutzen, nicht mehr 100-prozentig gewährleistet. Insofern wäre es fahrlässig, solche Anzüge weiter in Gebrauch zu haben. Jetzt wurden sechs neue Schutzanzüge zum Preis von rund 7.000 Euro beschafft. Anders als bei den Vorgängermodellen handelt es sich jetzt um Einweganzüge, für die allerdings die regelmäßigen Unterhaltungskosten durch Prüfung und Wartung entfallen „Damit sind diese Anzüge insgesamt wirtschaftlicher als die Vorgängermodelle“, erläutert der stellvertretende Kreisbrandinspektor Michael Kinnel.

Die Chemikalienschutzanzüge schützen gegen eine Kontamination mit festen, flüssigen und gasförmigen Stoffen. Der Anzug selbst ist aus mehreren Lagen und verschiedenen Materialen hergestellt, alle Nähte sind verschweißt und verklebt, die Außenschicht dient zum Schutz von Chemikalien, die Mittelschicht dient der Reißfestigkeit und die innere Schicht der Gasdichtigkeit.

Im Kopfteil der Anzüge befindet sich ein Sichtfenster, Stiefel und Handschuhe sind mit dem Anzug verbunden. „Der Träger muss immer ein Atemschutzgerät tragen, auch deshalb ist die Einsatzdauer mit einem solchen Anzug ist auf 20 Minuten begrenzt“, berichtet der stellvertretende Kreisbrandinspektor weiter.

Für den Träger des Chemikalienschutzanzuges bedeutet schon diese Einsatzzeit eine sehr hohe Belastung. Der Tragekomfort ist sehr gering. Die feuchte Luft, die der Träger ausatmet, bleibt im Anzug. Der Druckanstieg im Inneren entweicht über spezielle Ventile nach außen. Zudem ist die Bewegungsfreiheit unter dem Anzug gering. Die Verständigung ist nur mittels Funkgerät möglich. Besonders wichtig sind deshalb regelmäßige Übungen mit dem Anzug, zum Beispiel um auch mit zwei dicken Gummihandschuhen noch sicher arbeiten zu können oder auch Leckstellen abzudichten.

„Ich bin froh, dass es genügend ehrenamtliche Feuerwehrleute gibt, die sich dieser Ausbildung unterziehen, um im Falle eines Chemikalienunfalles wirksam helfen zu können. Das verdient unseren Dank und Anerkennung“, so Landrat Jan Weckler, der dieser Tage die Chemikalienschutzanzüge übergeben hat.

Quelle: wetteraukreis.de

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