Der 11. April ist der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald. Aus diesem Anlass wird im Foyer des Friedberger Kreishauses die von Horst Decker aus Dauernheim konzipierte Ausstellung „Die Verfolgungsgeschichte der Juden und ihr geplanter Tod“ gezeigt.

Thema der Ausstellung ist die Entwicklung der Judenverfolgung, deren Wurzeln im christlichen Antijudaismus des vierten Jahrhunderts liegen. Mit diesem Zeitpunkt beginnt eine Judendiskriminierung und –verfolgung, die niemals endete, sondern insbesondere im 19. Jahrhundert noch um den politischen Judenhass und den Antisemitismus erweitert wurde. Einen schrecklichen Höhepunkt erfuhr die Judenverfolgung dann im Dritten Reich.

Die Ausstellung im Foyer des Friedberger Kreishauses zeigt, wie die jüdische Bevölkerung Deutschlands anfangs mit perfiden Unterstellungen und pseudo-wissenschaftlichen Behauptungen aus dem Wirtschaftsleben und aus ihrer Heimat vertrieben wurde – so lange, bis ihre Arbeitskraft kriegswichtig wurde. Die Juden, die nicht bis Oktober 1941 ausgewandert und nicht bereits als „politische“ Häftlinge interniert worden waren, wurden ab diesem Zeitpunkt nach und nach als Sklavenarbeiter in Konzentrationslager verschleppt. Nach dem „Wannsee-Beschluss“ vom Januar 1942 war ihre Entlassung nicht mehr vorgesehen. Wer nicht an den unmenschlichen Arbeitsbedingungen, an Unterernährung oder Krankheit starb, sollte durch Mord „vernichtet“ werden.

Die Ausstellung beschreibt die Ausplünderung der jüdischen Bürger, die Bedingungen ihrer Konzentrationslagerhaft und ihr Schicksal anhand von Texten, Dokumenten und Objekten.

Schuldezernent Jan Weckler lud die Schulen im Wetteraukreis zu dieser Ausstellung ein. „Die Botschaft von Auschwitz, Buchenwald und den vielen anderen Konzentrationslagern kann nur lauten, dass wir diese Menschheitsverbrechen nicht vergessen dürfen. Sie mahnen uns, Antisemitismus und Rassismus dort, wo er uns begegnet, entschieden entgegenzutreten.“ Weckler dankte die Initiator Horst Decker für sein Engagement beim Zusammentragen der Ausstellungen, sie verdiene zahlrieche Besucher.

Gezeigt werden in sechs Vitrinen Dokumente, Zeitungen, Zeitschriften und Bücher antisemitischen Inhalts als Wegbereiter des Rassenhasses, Originalabzeichen und Dinge des täglichen Lebens aus den Konzentrationslagern.

Konzentrationslager Buchenwald

Das Konzentrationslager Buchenwald wurde im Sommer 1937 errichtet. Zunächst war es ein Lager für politische Gegner des Naziregimes, vorbestrafte Kriminelle, sogenannte Asoziale sowie Juden, Zeugen Jehovas und Homosexuelle. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden Menschen zunehmend aus anderen Ländern in Buchenwald interniert.

Insgesamt waren zwischen Juli 1937 und der Befreiung des Konzentrationslagers am 11. April 1945 mehr als 260.000 Menschen aus allen Teilen Europas in Buchenwald interniert. Mehr als 50.000 kamen ums Leben. Buchenwald war kein Vernichtungslager, wie etwa Auschwitz-Birkenau, dennoch wurden viele Gefangene von der SS ermordet oder starben an den unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen. Die Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald mit seinen insgesamt mehr als 100 Außenkommandos wurden rücksichtslos von der Rüstungsindustrie ausgebeutet.

Nach der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald übernahm die Sowjetische Militäradministration das Lager und nutzte es bis zum Jahre 1950 als Internierungslager. In diesem Zeitraum starben mehr als 7.000 Menschen. Inhaftiert wurden Kriegsverbrecher, aber auch immer mehr Sozialdemokraten, Großbauern und Gegner des SED-Regimes sowie Menschen, die der Zusammenarbeit oder der Sympathie mit dem Westen verdächtig waren.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Friedberger Kreishauses, montags bis mittwochs, von 7:30 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 12:30 Uhr, bis zum 1. Juni 2018 zu sehen.

Quelle: wetteraukreis.de

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