Der Ausbau mit Ganztagsangeboten an Wetterauer Schulen bekommt Rückenwind. Wie Landrat Jan Weckler jetzt in einer Presseerklärung mitteilte, wurden vom Hessischen Kultusministerium für das kommende Schuljahr 20 zusätzliche Stellen für die Ganztagsbetreuung in der Wetterau bewilligt. „Für die Schulen bedeutet das einen weiteren Schritt hin zu mehr Chancengleichheit!“

„Das hatten wir noch nie. Ich bin sehr froh über die Zuweisung, sie ist so hoch wie nie zuvor. Die 20 zusätzlichen Stellen entsprechen Mitteln in Höhe von rund einer Million Euro“, zeigte sich Landrat und Schuldezernent Jan Weckler ausgesprochen zufrieden. „Unser großes Engagement für den weiteren Ausbau der Ganztagsangebote, auch qualitativ, hat sich gelohnt. Unter dem Strich ist das Geld, was Familien vor Ort weniger für Betreuungsangebote zahlen müssen. Die Weiterentwicklung von Ganztagsangeboten entspricht auch dem Wunsch vieler Familien, um Beruf und Familie besser unter einen Hut bringen zu können. Zudem übernimmt die Schule auch zunehmend Aufgaben in der Erziehung, die früher stärker in den Familien übernommen wurden. Dafür braucht die Schule Zeit und die bekommt sie mit den Nachmittagsangeboten.“

Weckler: „Besonderer Dank geht an die Schulleitungen!“

Bereits im Dezember 2017 hatte der Kreistag des Wetteraukreises über die Stellenvergabe der Landeszuweisung für ganztägig arbeitende Schulen für das Schuljahr 2018/19 entschieden: 10,25 Stellen zuzüglich der Stellen für die vier „Pakt-Schulen“ wurden daraufhin beim Hessischen Kultusministerium für die Schulen des Wetteraukreises beantragt.

Ende März teilte das Ministerium dann mit, dass weitere Landesressourcen für Neuaufnahmen im Pakt für den Nachmittag und für Weiterentwicklungen im Ganztag zur Verfügung stehen. Diese waren allerdings nur in einer sehr kurzen Antragsfrist zu bekommen. „Daher möchte ich in diesem Zusammenhang ausdrücklich den zuständigen Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern sowie den Schulleitungen danken, die es in sehr kurzer Zeit und über die Osterferien geschafft haben, die Bedarfe zu melden und zu formulieren. Nur so ist es gelungen, die kurze Antragsfrist des Ministeriums einzuhalten und die weiteren Stellen in den Wetteraukreis zu holen“, betont der Landrat, der in diesem Zusammenhang auch die gute Zusammenarbeit mit dem Hessischen Kultusministerium und dem Staatlichen Schulamt lobt.

Drei Profile

Insgesamt bieten 66 der 88 Wetterauer Schulen Ganztagsangebote in einem von drei Profilen an. Die meisten Schulen im Landkreis bieten ein Ganztagsangebot im Profil 1 an. Das bedeutet, dass die Schulen an mindestens drei Tagen pro Woche, in der Zeit von 7:30 bis 14:30 Uhr, ein Ganztagsangebot in Form von Arbeitsgemeinschaften oder Hausaufgabenhilfen anbieten.

Im Profil 1 sind es 46 Schulen, im Profil 2 sind es 12 Schulen. Hier wird perspektivisch ein Angebot in der Zeit von 7:30 bis 16 oder 17 Uhr an fünf Wochentagen gewährleistet. Die Teilnahme an den Ganztagsangeboten ist in den Profilen 1 und 2 freiwillig.

Veränderungen gab es vor allem bei den Erweiterungen der Ganztagsangebote von Stufe 1 zu Stufe 2. Davon profitieren schon ab dem kommenden Schuljahr die Schule am Dohlberg in Büdingen, die Saalburgschule Bad Vilbel, die Schrenzerschule Butzbach, die Adolf-Reichwein-Schule Friedberg, das Wolfgang-Ernst-Gymnasium in Büdingen, die Gesamtschule Konradsdorf und die Karl-Weigand-Schule in Florstadt.

Bereits in Profil 2 sind die Janusz-Korczak-Schule Altenstadt, die Erlenbachschule in Gedern, die Stadtschule an der Wilhelmskirche Bad Nauheim, die Wintersteinschule in Ober-Mörlen und die Otto-Dönges-Schule in Nidda.

Im Profil 3 sind Schulen mit Ganztagsangeboten, die an fünf Tagen Betreuung, Unterricht und verpflichtende Angebote in der Zeit von 7:30 bis 16 beziehungsweise 17 Uhr anbieten. Als erste reguläre Grundschule im Wetteraukreis bietet die Johanniterschule zum kommenden Schuljahr für einen Teil der Schülerschaft Angebote nach Profil 3 an.

Eintritt des Wetteraukreises in den Pakt für den Nachmittag

Zudem gibt es noch vier Grundschulen, die ab dem Schuljahr 2018/19 am Pakt für den Nachmittag teilnehmen. Die Regenbogenschule Bad Vilbel, die Georg-August-Zinn-Schule in Büdingen, die Grundschule im Ried in Reichelsheim und die Philipp-Dieffenbach-Schule in Friedberg bieten nicht nur während der Schulzeit, sondern auch in den Ferien ein verlässliches und freiwilliges Bildungs- und Betreuungsangebot in der Zeit von 7:30 bis 17 Uhr.

Die gute Kooperation zwischen Schulen, Schulträger und Land Hessen soll nach Auffassung des Landrats fortgeführt werden. „So holen wir langfristig Ressourcen für eine stabile Ganztagsbetreuung in den Wetteraukreis“. Sofern dies die Schulgemeinden möchten, können perspektivisch noch mehr Grundschulen in den Pakt für den Nachmittag aufgenommen werden. „Damit können wir zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler beitragen“, so Landrat Weckler abschließend.

Quelle: wetteraukreis.de

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