Unlängst hat der Gebietsagrarausschuss des Wetteraukreises in den Räumen des Rathauses der Stadt Friedberg getagt. Themen der Sitzung waren unter anderem die Situation der Landwirtschaft in Friedberg und seinen Stadtteilen sowie die weitere Stadtentwicklung.

Bürgermeister Dirk Antkowiak begrüßte die Gremienmitglieder und Gäste. Allen voran freute er sich darüber, dass der neue Landrat Jan Weckler trotz vieler Termine an der Sitzung teilnahm.

Landrat Jan Weckler berichtete, dass für die nächsten Jahre ein Anstieg der Einwohnerinnen und Einwohner in der Wetterau von bis zu 30.000 prognostiziert werde. „Ein solches Wachstum benötigt Flächen, die dann nicht mehr für die Landwirtschaft zur Produktion von regional verfügbaren Lebensmitten zur Verfügung stehen werden“, so der Landrat.

Im Bereich der Stadt Friedberg, so der Bürgermeister, stünden genügend Reserveflächen für Wohnen und Arbeiten sowie Freizeit zur Verfügung. Auf jeden Fall ist das Thema Flächenverbrauch für Infrastrukturmaßnahmen aus seiner Sicht hoch sensibel und er versprach den anwesenden Ortslandwirten und Vertretern einen entsprechenden Umgang mit Flächeninanspruchnahmen.

Ein weiterer Diskussionspunkt waren die Planungen zum Bau der B 3a in Verbindung mit dem Bau der B 455a. Im Ergebnis sollen die Menschen in der Friedberger Innenstadt entlastet werden. Allerdings würden hier etwa 100 ha landwirtschaftliche Fläche für den Straßenbau benötigt. Dieser Flächenverlust trifft die Gemarkung Ossenheim im Besonderen.

Aufgrund des Bevölkerungswachstums der Stadt Friedberg wird die Vergrößerung der vorhandenen Kläranlage notwendig. Dies soll mit dem Bau der vierten Reinigungsstufe, veränderten Betriebsabläufen auf der vorhandenen Betriebsfläche erfolgen.

Weitere Besprechungsthemen waren die Berichte des Kreislandwirtes Michael Schneller sowie des Fachdienstleiters Landwirtschaft der Kreisverwaltung, Hermann Götz. Kreislandwirt Michael Schneller bemängelte, dass es für den landwirtschaftlich genutzten Boden kein Bodenschutzgesetz gebe, das ähnlich wirke wie das Waldgesetz.

Der Druck auf die Politik, Wohnraum zu schaffen, wächst insbesondere auch im Raum Frankfurt und der süd-westlichen Wetterau. Aus Sicht der Anwesenden wäre der Ausbau der Breitbandversorgung mit hohen Datenübertragungsraten ein sehr wirksames Mittel, den ländlichen Raum attraktiver zu machen. Preisgünstiger Wohnraum steht auf dem Land allemal zur Verfügung.

Fachdienstleiter Hermann Götz hat über die Ergebnisse der Wasseruntersuchungen im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojektes „NiddaMan“ der Goethe Universität Frankfurt berichtet. Weitere Themen waren: das Berufsstandsmitwirkungsgesetz, die Zusammenarbeit der Gebietsagrarausschüsse mit dem Landesagrarausschuss sowie weitere landwirtschaftliche Themen.

Dr. Hendrik Kamps vom Fachdienst Landwirtschaft hat über die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Maßnahmenraum Wetteraukreis berichtet.

Grünes von Gärtnermeister Claussen

Vor Beginn der Sitzung haben Bürgermeister Antkowiak und Landrat Weckler Horst Claussen nachträglich zum 80. Geburtstag gratuliert, den der Kreisgärtnermeister tags zuvor begangen hat. Als Botschafter der Wetterau hat Horst Claussen es sich nicht nehmen lassen, an der Sitzung des Gebietsagrarausschusses als ordentliches Mitglied teilzunehmen. Als besonderes Highlight hat das rührige Mitglied für alle Besprechungsteilnehmer in Blumentöpfen sechs verschiedene Kräuter auf die Tische gestellt. Zum Pumpernickel konnte jeder frisch geschnittene Kräuter essen und ein besonderes und sehr intensives Geschmackserlebnis genießen. Das Motto lautet „Nasch mich – Die essbare Geschmacksüberraschung“.

Kontakt: Hermann Götz, Fachdienst Landwirtschaft, Telefon: 06031/83-4200, E-Mail: Hermann.Goetz@wetteraukreis.de

Quelle: wetteraukreis.de

« Rettung für selten gewordenes Kulturgut - Kreiszuschuss für Denkmalschutz Grundschüler werden zu Klimaexperten ausgebildet »