Es ist das größte Bauprojekt im Wetteraukreis und verspricht ein Leuchtturm zu werden, der weit über die Region hinausreicht. Am vergangenen Dienstag (12. Januar) haben Vertreter der Unternehmensgruppe WUND den Bauantrag für die Thermenwelt Bad Vilbel eingereicht.

Die Vorgeschichte ist lang und nicht ohne Tragik. Bereits vor drei Jahren wurde die Baugenehmigung für die Therme Bad Vilbel an den Unternehmer Josef Wund überreicht. Dieser starb kurze Zeit später bei einem Flugzeugabsturz. In der Folge kam es zu erheblichen Verzögerungen, vor allem durch die Überführung des Unternehmens in eine Stiftung und ein geändertes Erbrecht in Baden-Württemberg.

„Wir mussten in den letzten drei Jahren alle gemeinsam viele Hürden nehmen, um das Projekt wieder erfolgreich auf die Spur bringen zu können. Daher ist es ein Erfolg, dass wir heute mit der Einreichung des Bauantrages zusammen kommen können. Das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum größten Bauprojekt, das wir im Wetteraukreis je hatten. Die Therme in Bad Vilbel wird eine Ausstrahlung weit über den Landkreis hinaus haben“, sagte Landrat Jan Weckler.

Edelfried Balle, Geschäftsführer der Thermengruppe Josef Wund, dankte allen Beteiligten, die immer an das Projekt geglaubt haben. Er versprach der Stadt Bad Vilbel „eine großartige Badewelt, die einmalig in Deutschland wird.“

Bad Vilbels Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr nannte die Einreichung des Bauantrages als einen wichtigen Termin für die Menschen in der Stadt Bad Vilbel und dem ganzen Wetteraukreis. „Ich danke allen, die heute gekommen sind und die dieses Projekt unterstützt haben. Wir stehen alle in gewisser Weise in der Tradition von Josef Wund und tragen seine Vision der Thermenwelt Bad Vilbel weiter. Sie wird eine große Bereicherung für die ganze Region werden.“

Die Thermenwelt Bad Vilbel ist ein Projekt der Superlative mit mehr als 30 Saunen, Thermalbecken mit Bad Vilbeler Heilwasser, Räume für Gesundheitsanwendungen, Rutschen-Anlagen sowie einem kommunalen Hallenbad mit acht Bahnen. Das Bauprojekt umfasst außerdem Gastronomiebereiche und zwei Parkhäuser.

Auch der Bauantrag für die Thermenwelt Bad Vilbel ist ein Superlativ an sich. Der Antrag umfasst 120 Ordner aus Recyclingmaterial in 17 Kartons. Mehr als 1.000 Pläne sind darin aufgeführt, die auf 1.500 Metern Plotterpapier (90 Zentimeter breit) gedruckt sind.

Insgesamt wird die Thermenwelt Bad Vilbel 1.150.000 Kubikmeter umbauten Raum umfassen. Das Investitionsvolumen liegt zwischen 200 und 300 Millionen Euro. Nach den Worten von Geschäftsführer Edelfried Balle sollen bis zu 1.500 Arbeitsplätze entstehen.

Quelle: Wetteraukreis

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