„Wie viel ist zu viel“ fragt Gerhard Rauschenberg vom Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe Wetterau in seinem Online Vortrag zur problematischen Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen. Er gibt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch die passenden Antworten. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern dem Netzwerk gegen Gewalt, dem Kreispräventionsrat und der Volkshochschule Wetterau wurde diese Online-Veranstaltung über Zoom ermöglicht.

Mit dem Online-Vortag haben die Kooperationspartner einen Nerv getroffen. Zu den ersten beiden Terminen haben sich 130 Wetterauerinnen und Wetterauer angemeldet. Ein dritter Termin ist für den 17. März geplant und auch hier gibt es bereits 60 Anmeldungen.

Landrat Jan Weckler, der bei den Vorträgen ein Grußwort sprach, wundert sich nicht über die große Nach-frage: „Medienkonsum und digitale Kompetenz ist nicht erst seit der Pandemie beruflich wie auch privat ein wichtiges Thema. Doch durch Corona wird dieser Trend beschleunigt.“ Er selbst berichtet von seinen beruflichen Erlebnissen: „Noch im März 2020 war es etwas Besonderes, mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Wetterau eine Telefonkonferenz abzuhalten, um sich dort zu verständigen. Inzwischen sind in vielen Bereichen auch Video-Konferenzen ein eingeübtes Format, das den meisten vor einem Jahr noch völlig unbekannt war.“

Genau diesen Unterschied beschreibt auch Rauschenberg in seinem Vortrag. Eltern sollen das Mediennut-zungsverhalten differenzieren. So war Medienkonsum vor Corona oft Teil der Freizeitgestaltung, egal ob bei Computerspielen oder in den sozialen Medien. Inzwischen dienen Medien den Jugendlichen jedoch neben Freizeitaktivitäten auch zur Kommunikation mit Freundinnen und Freunden und dem gemeinsamen Austausch. Der Computer wird beim Homeschooling und lernen gebraucht und auch die Sportangebote finden digital statt.

Rauschenberg empfiehlt Eltern zuerst einmal zu schauen wieviel Medienkonsum überhaupt möglich ist. Hierfür sollen Sie einen typischen Tag ihres Kindes in Stunden aufschreiben: Also z.B. acht Stunden Schlaf, acht Stunden Schule, Familienzeit, Ernährung, Sport und weiteres. Die am Ende übrigen Stunden können maximal für die Mediennutzung eingeplant werden. Hierzu präsentierte der Referent weitere Tipps und Tricks, wie man den Medienkonsum gestalten kann.

„Für alle Eltern gilt jedoch: Kommunikation mit und Vertrauen in das eigene Kind als wichtigstes Instrument. Nur so kann Mediennutzung gemeinsam gelingen“, so Rauschenberg.

Ob der Medienkonsum zu viel sei könne man nicht pauschal erkennen. Wenn sich jedoch über Wochen das Verhalten des Kindes stark verändere, das Kind keinen anderen Aktivitäten mehr nachgehe und die Leistung in der Schule sich stark verschlechtert, gebe es Handlungsbedarf, so Rauschenberg.

Bei weiterem Informations- oder Beratungsbedarf kann man sich an das Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe oder die Erziehungsberatungsstelle Wetterau wenden.

Erziehungsberatungsstelle des Wetteraukreises:
06031-833636
Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe in
Friedberg: 06031-72100

Quelle: Wetteraukreis

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